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Pfarrgemeinde St. Wendalinus Großrosseln

Informationen aus dem Missionswerk

Weihnachtsmann - nein Danke

Als Werbefigur für Coca Cola erfunden, macht sich vor Weihnachten der Weihnachtsmann breit. Vor allem in Kaufhäusern und Geschäften findet man ihn. Mehr und mehr verdrängt er Sankt Nikolaus aus der Öffentlichkeit. Um den Hl. Nikolaus wieder stärker ins Licht zu Logorücken, hatte das Bonifatiuswerk die Aktion "Weihnachtsmannfreie Zone" gestartet. Anstelle der Schokoladen-Weihnachtsmänner sollten unsere Kinder wieder vermehrt Schockoladen-Nikoläuse geschenkt bekommen; leider sind diese in unseren Geschäften rar. Deshalb vertrieb das Bonifatiuswerk einen Sankt Nikolaus mit Mitra und Bischofsstab aus Schokolade, auf dessen Verpackung die Geschichte und die Legende von Sankt Nikolaus zu lesen ist. Im Anschluss an die Messen am Wochenende hat das Missionswerk in diesem Jahr den Schokoladen-Nikolaus für 2 Euro zugunsten unserer Missionare verkauft. Insgesamt konnten 240 Nikoläuse zum Preis von 2 Euro verkauft werden. Viele Mitchristen halfen ein Zeichen zu setzen zur Rückbesinnung auf die Werte des Hl. Nikolaus und unsere vorweihnachtliche Tradition!


E-mail von Pater Alfons vom 19.10.10

Gleich nach Eingang Eurer E-Mail habe ich versucht, eine Antwort in Angriff zu nehmen. Natürlich war das, wie gewohnt wieder zum Scheitern verurteilt. In den ersten Tagen nach der Abwesenheit von hier geht eben (fast) immer (fast) alles daneben. Der Esel Leib, aber vor allem der Geist hat seine Probleme. Zudem war es fürchterlich heiß - einmal hatten wir sogar 40° Celsius in unserem Hof - noch nie da gewesen. Aber dann kamen ziemlich schüchtern ein paar lausige Schauer, und dann öffneten sich am vergangenen Mittwoch die Schleusen des Himmels d.h. es wurde merklich kühler. Zu meiner freudigen Überraschung hat unser kleiner Generator (gerade mal 1,8 kW) meinen Urlaub unbeschadet überstanden, sodass ich ihn gleich und ziemlich häufig in Anspruch nehmen kann, da die SNEL (Annmerk. : Stromversorger) es mit der Stromlieferung nicht so genau nimmt. Mal gibt's was - mal gibt's nichts. Gleich in der ersten Woche war ich einen Abend weg an der Deutschen Botschaft, wo der National-Feiertag viele Menschen versammelt hatte. Ich fragte die Sekretärin des neuen Botschafters, warum so viele Leute gekommen seien - ganz einfach, meinte sie, wir haben diesmal viele Einladungen rausgeschickt. Diesmal war die Feier mit Getränken, Essen und Orchester von deutschen Firmen in Kinshasa gesponsert. Für mich war das neu - vielleicht hat das auch mit der Ernennung unseres neuen Botschafters zu tun. Am 10. Oktober kam er sogar mit seiner Frau zu unserem Gottesdienst - d.h. die beiden kamen erst als alles längst vorbei war. Die Bana Ngayime traten diesmal nicht in Aktion, weder an der Botschaft, noch beim deutschen Gottesdienst. Der Botschafter hatte sie allerdings ein paar Tage vorher bei einer Feier der Eusec-Soldaten gesehen und gehört. (Deutsche Eusec-Soldaten haben mir gesagt, sie seien Soldaten in Zivil.) Dort hatten die Bana Ngayime gleich drei Termine - was ihnen offensichtlich sehr gut gefallen hat. Auch beim Abschied des Nuntius in der gleichen Woche sang ein anderer Chor. Dort, an der Nuntiatur sah ich logischerweise bedeutend mehr bekannte Gesichter als bei der Feier an der Deutschen Botschaft: außer einigen Botschaftern, die nur kurz vorbei schauten, war vor allem Personal aus den Pfarreien und den Klöstern gekommen. Zum Glück regnete es noch nicht, sodass sich der harte Kern ziemlich lange und gründlich um die Entsorgung der Fleisch- und Käse-Platten kümmern konnte - ganz zu schweigen von den reichlich zur Verfügung stehenden Flüssigkeiten. Wer da, an der Nuntiatur gesponsert hatte, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Auf der Rückfahrt konnte ich bei Dunkelheit den neu von den Chinesen angelegten "BOULEVARD TRIOMPNAL" in Augenschein nehmen. Mit zwei mal drei Spuren soll er bald quer durch die Stadt für flüssigeren Verkehr sorgen. Überall sind Lampions angebracht, die in allen erdenklichen Farben Nachtfalter jeglicher Art anlocken. Am 30. Juni, dem 50. Jahrestag der Unabhängigkeit war hier der große Aufmarsch mit Musik und Tanz, im Beisein von vielen afrikanischen Staatspräsidenten und dem belgischen Königspaar. Der BOULEVARD DU TRENTE JUIN ist praktisch fertig - nur hier in Limete will es mit der Erneuerung und Verbreiterung des BOULEVARD LUMUMBA nicht weiter gehen. Überall stehen Bagger und Planier-Raupen, die man wegen der Berge von Schotter und Kies oft gar nicht sehen kann. Während meiner Abwesenheit wurde hier scheinbar gar nichts gemacht. Schon bei meiner Ankunft am 29. September spät abends konnte ich nur chaotische Zustände feststellen. Es wird aber feste gearbeitet, wenn auch dem Zeitplan hinterher hinkend. Nach alter Tradition rasen die Taxi-Busse über die noch Schotterstraßen und lassen alles ringsherum hinter einer braunen Staubdecke verschwinden. Der Volksmund hat diese "Rennstrecken" Paris-Dakar getauft - mehr Krach und mehr Staub gibt es dort ganz sicher nicht. So wie viele meiner Bekannten und Mitbrüder habe ich den Eindruck: es geht vorwärts - mit Hilfe der Chinesen. Von allen anderen zur "Hilfe eilen Wollenden" wird nicht mehr geredet. Ein Gesandter der Adenauer-Stiftung (CDU) durfte sich eine von der Hanns-Seidel-Stiftung (CSU) angelegte Farm anschauen, von der schon vor 30 Jahren Peter Scholl-Latour in seinen Büchern berichtet hat. Diese von einem guten Freund von mir, einem Ex-Steyler angelegte Farm galt quer durch Afrika als das Vorzeige-Objekt schlechthin für das Gelingen der deutschen Entwicklungshilfe. Von der Kirche meinte Herr Scholl-Latour allerdings großherzig, sie sei gescheitert - was immer das heißen mag. Man kann sich natürlich fragen, welche Kirche in seinen Augen als nicht gescheitert zu betrachten wäre.
In unserer Kloster-Gemeinschaft ist zurzeit die Stimmung ziemlich gedrückt. Einer unserer neu geweihten Diakone hat bei der Rückfahrt von Kenge nach Kinshasa in einem furchtbaren Autounfall gleich sechs Familien-Mitglieder verloren. Dazu kam, dass beim Requiem in einem der Särge eine unbekannte Leiche lag - das Personal im Leichenhaus hatte geschludert. Damit nicht genug. Unser Provinzial hat sich mit seinem Land Rover Jeep auf der Fahrt nach Ngondi ein paar Mal überschlagen. Zum Glück sind alle fünf Mitbrüder mit Schrammen und blauen Flecken davongekommen - der Jeep ist allerdings Schrott. Im Nachhinein hörte ich allerdings, dass sich jetzt doch alle nochmals genauer untersuchen lassen sollen. Wenn man sich das Wrack des Jeeps ansieht, kann man sich nicht vorstellen, wie da alle Insassen heil herausgekommen sein sollen.
Ich war nicht einmal drei Tage hier in Kinshasa, als ich von Bruder Heinz und Schwägerin Edda eine E-mail erhielt mit der Nachricht vom Tod von Herrn Pastor Albert Feld. Vier Tage vor seinem Tod bin ich noch ... in Kleinblittersdorf gewesen, wo ich Pastor Albert Feld besuchen wollte - ich kam aber nicht bis zu ihm hin. Ich bedauere das sehr - für meine Arbeit in Afrika hatte er immer ein offenes Herz und eine offene Hand. So ist er gegangen, ohne dass wir uns noch ein letztes Mal getroffen haben. Albert war mir mehr als ein Landsmann oder ein mir bekannter Priester / Mitbruder. In einem unserer langen Gespräche in der Lothringer Straße und später in Auersmacher hat er mir verschiedentlich in aller Ausführlichkeit erklärt, dass er für etliche Jahre zu meiner Ordensgesellschaft, den Steylern gehört hat. So wie ich, hatte auch er in St. Augustin seine Höheren Studien absolviert - eine ganze Reihe seiner Professoren habe auch ich noch im Unterricht gehabt. Besonders Pater August Mölle hatte er noch in sehr guter Erinnerung, obwohl der gerade mal 6 Jahre älter war als er. In den 60iger Jahren hat uns der August Fundamental-Theologie doziert. Im gleichen Alter wie Albert ist er in St. Wendel gestorben und wurde in St. Augustin beerdigt. Ich werde nie vergessen, was er mir immer wieder sagte: ich brauche das nicht mehr durch zu machen, du und die jünger sind müsst Euch das alles noch mit ansehen. Er sprach von der Auflösung der christlichen Werte in Deutschland. Nach seiner Einschätzung fing alles an, als man in seiner Pfarrei die Kinder ins Nachbardorf zur Schule schickte - von da an ist alles auseinander gedriftet: Verlust der Identität, Zerfall der Dorfgemeinschaft, Verfall der christlichen Kultur ... Diesbezüglich war ich nicht ganz seiner Meinung. Als Missionar in Afrika hatte ich außer der europäischen auch andere Kulturen kennen und schätzen gelernt und ich sehe noch, wie er mich fast versteinert anschaute, als ich ihm sagte: dass ich froh bin, das alles miterleben zu dürfen und vielleicht sogar noch etwas zum Aufbau einer Neuen Welt beisteuern zu können, in der sich alle Menschen zu Hause fühlen können.
...Zurzeit bereiten die Banas ein anderes Konzert vor, das in der Kathedrale von Kinshasa gegeben wird - zusammen mit mehreren anderen in Kinshasa renommierten Chören.
Viele Grüße und herzlichen Dank an alle, bei denen ich willkommen war oder die mir unter die Arme gegriffen haben.
Auch alle Bana Ngayime grüßen ganz herzlich - Alfons


Goldenes Ordensjubiläum von Pater Alfons

Am 16. Sepotember 2010 feierte Pater Alfons Müller mit zusammen Pastor Lothar Stoffel und Diakon Karl-Heinz Schindeldecker ein festliches Dankamt in unserer Pfarrkirche. Die Gemeinde und viele Gäste waren in die Hl. Messe gekommen, die von unserem Kirchenchor mitgestaltet wurde. In der Predigt blickte Pater Müller auf die 50 Jahre seines Lebens als Missionar zurück.
Eine Türkollekte für den Jubilar und seine Arbeit erbrachte 354 Euro. Nach dem "Großer Gott wir loben Dich" ging es in den Clubraum unseres Pfarrheimes.
Hier kamen erfreulich viele Interessierte zusammen, die nochmals 152 Euro spendeten. Pater Alfons berichtete über seine Arbeit im Kongo und gab einen Bericht über die Situation in Kinshasa. Dabei konnte er auch viel Erfreuliches über seinen Chor "Bana Ngyime" mitteilen. Hierzu zeigte er auch DVD's mit Musikclips.
Für seine Rückkehr Ende September an seine Wirkungsstätte hatte ihm der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Franz Schwarz dem Pater die besten Wünsche der Pfarrgemeinde ausgesprochen und ihm für seine Arbeit alles Gute und Gottes Segen gewünscht.


Pater Alfons in der Stadt Gottes

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Liedersammler aus dem Warndt - in Afrika

Artikel in der Saarbrücker Zeitung vom 30.04.09

Aus der Weltkirche - Kongo (Rundbrief Weltkirche April 2009)

Logo Der aus Großrosseln stammende Missionar Alfons Müller ist seit 1966 im Kongo tätig. Über viele Jahre ist er mit einem Kassettenrekorder durch die Dörfer gezogen, um kongolesisches Liedgut zu sammeln. Das hat ihm den Namen "Ngayime" eingebracht, was soviel heißt wie "Der, der die Lieder hat". Als Verantwortlicher für die kongolesische Liturgie-Kommission hat Pater Alfons mit seiner Liedersammlung eine kongolesische Messe entwickelt, die auf der Kultur der Kongolesen fußt.
Er gründete den Chor "Bana Ngayime", die Kinder des "Ngayime", mit dem er in die professionelle Produktion von Musik einstieg.
Der Chor ist im Kongo durch die Medien bekannt und hat sich bei der ersten demokratischen Wahl mit Aufklärungsaktionen landesweit eingebracht. Mit den zum Schutz der Wahl eingesezten deutschen EUFOR-Soldaten gab es freundschaftliche Treffen, die in einer gemeinsamen Messe mündeten. Überhaupt gibt es mit der deutschen Gemeinde in Kinshasa enge Verbindungen. Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit wurde der Chor im Jahr 2008 vom deutschen Botschafter eingeladen. Als Pater Alfons in seiner Heimatgemeinde sein 40-jähriges Priesterjubiläum feierte, konnte er eine Gruppe seines Chores mitbringen. Die kongolesische Festmesse wurde zu einem eindrucksvollen Ereignis, welches vom tiefen Glauben der Kongolesen und der Zuversicht auf Gottes Hilfe zeugte, gepaart mit einer ausdrucksvollen Lebensfreude.
Mit Unterstützung des Missionswerkes der Pfarrgeneinde Großrosseln konnte eine weitere Gruppe im Jahre 2005 nach einem Zwischenstopp in Großrosseln den Weltjugendtag in Köln besuchen. Bei beiden Besuchen sind freundschaftliche Kontakte geknüpft worden, die bis heute bestehen. Im Mai 2009 wird Pater Alfons Müller mit einer Gruppe seines Chores erneut Deutschland besuchen. Eingeladen wurde die Gruppe vom Evangelischen Kirchentag in Bremen. Die Planungen sehen einen 10-tägigen Aufenthalt in Großrosseln vor, der gefüllt ist mit einem Begegnungsprogramm, welches moderne Missionsarbeit erlebbar machen soll. Kontraste unserer Kulturen werden sich zeigen, die in einem gemeinsamen Glauben an Bedeutung verlieren. Zusammen mit französichen Mitchristen der Partnergemeinde in Kleinrosseln soll ein Gospelworkshop durchgeführt werden, welcher in einer gemeinschaftlichen deutsch-französisch-kongolesischen Messe münden wird. Die Bedeutung der weltweiten Zusammengehörigkeit in unserer Kirche wird plastisch greifbar. Bei Besuchen einer Schule und eines Kindergartens, sollen unsere jungen Mitchristen sehen, dass Afrika auch eine lebensfrohe Seite hat und die schwierigen Lebensbedingungen in einem Kriegsland mit Gottvertrauen gemeistert werden können. Wie in der Vergangenheit werden die Kongolesen bei Gastfamilien untergebracht, die dem Besuch schon mit Freude entgegen sehen. Eine besondere Hilfe bei der Realisierung des Projektes stellt die Förderung durch den Kath. Fonds dar.

Konzert zum Muttertag (Amtsblatt vom 27.03.09)

Logo Die Anreise von Pater Alfons Müller mit seinen Bana Ngayime rückt näher! Nach der Ankunft am 09. Mai wird der Chor zum Auftakt zusammen mit dem Saarländischen Kammerchor bereits am 10.05. um 19 Uhr in unserer Pfarrkirche St. Wendalinus auftreten. Abwechselnd wird jeder Chor geistliche Lieder aus seinem Kulturkreis zu Gehör bringen. Wir werden einen einmaligen musikalischen Kontrast erleben. Neben den jungen, kongolesischen Gesängen werden wir moderne, flotte Lieder des Saarländischen Kammerchors hören. Haben Sie noch kein Geschenk zum Muttertag? Lassen sie sich auf ein Musikerlebnis der besonderen Art ein!


Saarland trifft Afrika (Amtsblatt vom 20.03.09)

Logo Der Saarländische Kammerchor kommt nach Großrosseln und wird uns zusammen mit dem afrikanischen Chor Bana Ngayime einen besonderen Ohrenschmaus darbieten: Am 10. Mai um 19 Uhr wird die Pfarrkirche St. Wendalinus Bühne sein für geistliche Musik aus beiden Kontinenten. Musikalische Kontraste werden uns hin und her reißen zwischen den abwechselnden Beiträgen der Chöre. Der Kartenvorverkauf beginnt in Kürze. Was für ein schönes Geschenk zum Muttertag!

Bericht von Pater Alfons (Amtsblatt vom 06.03./13.03./20.03./27.03./03.04.09)

Vor einiger Zeit hat Pater Alfons einen Artikel geschrieben, den wir in loser Folge hier wiedergeben. Der Artikel beginnt wie folgt: "NAKOMITUNAKA - Ich frage mich immer wieder...und immer noch...Die Frau mit den vielen Ringen an allen Fingern und dem Topf mit brauner Schminke in der Hand sagte: Herr Pater, auf diesem Stuhl saß vor ein paar Wochen der Ministerpräsident. Ob sie damit mich aufwerten wollte oder sich selber, blieb mir schleierhaft. Dann meinte sie: Sie sind aber gar nicht aufgeregt. Warum hätte ich auch zeigen sollen, dass ich aufgeregt war, in Studios bin ich schließlich zu Hause und mit Kameras habe ich jeden Tag zu tun. Diesmal sollte ich allerdings im hell beleuchteten Teil, vor der Kamera Platz nehmen und ich sollte nicht Fragen stellen, sondern Antworten liefern. Ein paar Minuten später legte der Journalist vom Aktuellen Bericht los: Warum wird man Missionar? Gab es da bei Ihnen ein Schlüsselerlebnis? - Nein, vom Pferd bin ich nicht gefallen, wie damals Paulus vor Damaskus und an Visionen so wie sie Johannes auf Patmos oder Anna Katharina Emmerich in Dülmen hatte, kann ich mich auch nicht erinnern. Das genügte mir zum Stricken einer Warteschleife und dann staunte der junge Mann als er hörte, dass bei mir die Wasserflecken an der Zimmerdecke über meinem Bett eine nicht unwesentliche Rolle für meinen künftigen Lebensweg gespielt hatten. Mit ihnen bin ich jahrein, jahraus abends eingeschlafen und am nächsten Morgen wieder wach geworden. Sie haben mich träumen lassen, sie haben mich um den ganzen Erdball gelotst, sie haben in mir so etwas wie Sehnsucht aufkommen lassen und haben Menschen und Tiere von überall auf der Welt in meinem Schlafzimmer versammelt. Manchmal versteckten sich hinter diesen Flecken Löwen und Giraffen aus Afrika oder gar die riesige Titanic bei ihrem Zusammenprall mit einem fürchterlichen Eisberg. Sie konnten sich auch in Schlitten-Hunde verwandeln oder in ein Flugzeug, das den fliegenden Pater zu den Eskimos brachte, die gerade auf Robbenjagd waren. In der Stadt Gottes hatte ich jede Menge Geschichten gelesen: von den Kanaken in Neu-Guinea, von Ria Rago in Flores und von den Feuerland-Indianern am äußersten Zipfel von Süd-Amerika. Ein aus China vertriebener Missionar hatte mich in der Pfarrkirche mit seinem abenteuerlichen Leben begeistert. Von da bis zur Kajüte des Schiffskaplans auf der Fabiola in Antwerpen war es für mich zwar ein langer aber kein trauriger Weg.
Auf der Fabiola war "die Welt noch in Ordnung": auf den oberen Decks waren die Leute alle eher nördlichen Ursprungs, während unten in den Maschinen-Räumen Matrosen aus dem Land arbeiteten, das wir ansteuerten: dem Kongo. Dieses Land, fast so groß wie West-Europa war der uns allen gemeinsame Nenner: dort wollten wir hin. Andere Gemeinsamkeiten gab es kaum - wer will denn schon auf eigenen Wunsch und auch noch für immer in dieses stark in Verruf gekommene Land? Der junge Moses, der nachts kreuz und quer, von oben bis unten und von hinten bis vorne durch das Schiff zu rennen hatte und mir, dem Schiffskaplan dann am frühen Morgen erzählte, was er außer Stechuhren sonst noch Interessantes entdeckt hatte, freute sich auf Matadi, den Zielhafen. "Dort bin ich King" sagte er mir stolz. Bis dorthin musste er noch warten - die Passagiere durften sich bereits seit Antwerpen als Kings bzw. Queens fühlen. Die meisten hatten den Kongo bereits gesehen - andere gingen auf Erkundungsfahrt. Einer von diesen hatte bereits in Santa Cruz / Teneriffa so viel zu erkunden, dass er das Auslaufen der Fabiola verpasste und von der Wasserpolizei im Schnellboot nachgeliefert wurde. Der Äquator war nur vom Kapitän mit seinen besonderen Messgeräten auszumachen. Wir Passagiere ließen uns von fliegenden und nachts leuchtenden Fischen verzaubern und standen schon frühzeitig an der Reling, um nur die unbeschreiblich schönen Sonnenuntergänge nicht zu verpassen. Der Kapitän, an dessen Tisch der Schiffskaplan bei besonderen Anlässen seinen festen Platz hatte, erklärte uns langatmig, dass "im Bogen fahren" uns schneller ans Ziel brachte als geradeaus zu schippern. Wir fuhren unbesorgt an der Kongo-Mündung vorbei und legten im angolanischen Hafen Lobito an, wo zunächst einmal die Ladung für den Ost-Kongo gelöscht wurde. Das oberste Schiffs-Deck war der beste Logen-Platz, der ein totales Miterleben des grossen Hafen-Spektakels garantierte. Ganz eindeutig brauchte man die Afrikaner vor allem zum Säckeschleppen, als Kran- und Taxifahrer kamen offensichtlich nur Spezialisten mit hellerer Hautfarbe in Frage. Das große Erlebnis für mich war ein Ausflug ins Innere des Landes, wohin wir über eine schön angelegte Asphaltstraße in die Steinzeit fuhren - den Eindruck hatte ich jedenfalls. Zurück in Lobito sahen wir in den Slums viel Elend und meine Begleiter machten mich darauf aufmerksam, dass in diesen Elendsvierteln nicht nur Angolaner sondern auch Portugiesen in sehr bescheidenen Umständen lebten. Arme Leute können sich scheinbar Apartheid nicht leisten.
1989, einen Monat nach meinem Silbernen Priesterjubiläum lud die Bischofskonferenz des damaligen Zaïre die ganze Nation zu einer Wallfahrt nach Isiro ein. Anlass war der 25. Jahrestag des Martyriums von Schwester Anuarite, der ersten Seligen der Kirche des Zaïre. Papst Johannes Paulus II war persönlich nach Kinshasa gekommen, um im Beisein von über einer Million Zaïrern die Schwester selig zu sprechen, die 1964 in Isiro hat sterben müssen, weil sie den Rebellen-Soldaten nicht gefügig sein wollte. Im Gefolge der Bischofskonferenz war ich mit dabei und konnte sozusagen in der vordersten Reihe Pilgerschaft erleben und praktizieren. Ganz eigenartig ergreifend für mich war ein Interview mit der Mutter der Seligen. Sie erzählte uns von den Launen und Eigenheiten ihrer Tochter, die jetzt vom Himmel aus die Hand über sie hält. Unvergesslich die Predigt von Erzbischof Monsengwo: im gleichzeitig vergossenen Blut der Anwarite und der zahlreichen in- und ausländischen Missionare und Missionarinnen hat die Kirche des Kongo mit der weltweiten Kirche einen Blutspakt geschlossen und sich so ganz fest und endgültig in ihr verankert. Als missionarische Kirche wird sie eigene Mitglieder in die ganze Welt aussenden, wird selber aber immer auf Missionare angewiesen sein und diese stets willkommen heißen. Im Mund von Kardinal Malula hatte das während der Synode in Kinshasa ganz anders geklungen. Vor allen Synodenteilnehmern hatte er den von der Kommission Weltkirche erarbeiten Text in Frage gestellt. Wir haben noch zu wenige Geistliche - meinte er - sodass wir zunächst einmal an uns selber denken sollten. Später werden wir dann Missionare ausbilden und in alle Welt schicken. Eine kongolesische Schwester mit Missionserfahrung hatte ihm damals geantwortet: Eminenz, wenn die Apostel so gedacht hätten, säßen sie heute noch in Jerusalem. Seither wird an jedem Missionssonntag in einer zentralen Feier zahlreichen Erst-Missionaren aus der Erzdiözese das Missionskreuz überreicht. Viele Wallfahrer entdeckten erst hier in Isiro, wer Anuarite wirklich war und welche Bedeutung sie für die Kirche hatte. Diesbezüglich war ich eher ein Insider, da ich ein paar Jahre früher zu dem Team gehört hatte, das einen Kinofilm über Leben und Martyrium der Anuarite drehte. Damals war es uns ein Anliegen, nicht eine Kopie der Maria Goretti auf die Leinwand zu projizieren, sondern eine junge selbstbewusste kongolesische Frau, die wusste, was sie wollte und die den von ihr selbst gewählten eigenen Weg zu gehen versuchte. Diesen Film hatte ich Dutzende Male vorgeführt und beobachtet, wie mit Mimik und Gesten die Zuschauer zum Ausdruck brachten, wie sehr sie sich mit der Person auf der Leinwand identifizierten. Es gab aber auch welche, die meinten: das hat sie nun davon. Wäre sie nicht so dickköpfig gewesen, könnte sie heute noch leben.
Am vorletzten Tag unserer Wallfahrt fuhren wir mit Bischof Kinga in einer Gruppe von Unentwegten nach Bafwabaka, wo Anuarite im Kloster gelebt hatte. Unterwegs mussten wir Wege und Brücken zur Weiterfahrt herrichten und plötzlich stand diese Waldfrau vor uns mit ihren seltsamen Tätowierungen und einer blauen Blume in der Oberlippe. Von solchen Menschen hatte uns drei Jahrzehnte vorher Pater Schebesta erzählt, der hier in dieser Gegend, in den zwanziger Jahren zu diesen Bambuti mehrere Forschungsreisen unternommen hatte. Als "Baba wa Bambuti" (Vater der Pygmäen) hatte er uns bei einem Spezialkurs während des Philosophiestudiums in St. Gabriel viel Interessantes und sehr viel Lustiges von seinen "Kindern" erzählt. Auf der Suche nach dem "Ursprung der Gottesidee" hatte er den Eingott-Glauben der kleinen Leute näher kennen lernen wollen. In seinen alten Tagen war er diesbezüglich sehr nüchtern geworden. Fast erschreckend nüchtern der Kommentar von Pedro, dem spanischen Weißen Vater, der hier mit einer Handvoll Bambuti sesshaft geworden war. Er meinte: das sind doch keine Nomaden, das sind Vagabunden, die versuchen, sich mit Alkohol und Drogen über die Runden zu retten. Seine Glaubensschule hatte sich mehrere Male rasch gefüllt und genau so oft und schnell wieder geleert. Bisher hat sich von ihm noch kein Pygmäe taufen lassen. Er fand jedoch, dass sie aus Ehrlichkeit keine Christen werden wollten. Nicht stehlen und sich nur mit einer Frau zufrieden geben, das könnten sie nicht versprechen - und schon gar nicht für immer. Trotzdem setzt sich Pedro mit allen Mitteln ein, um seine "Vagabunden" vor Übergriffen und Ausbeutung durch die Bantu-Bevölkerung zu schützen. Holzfäller, Coltan-, Kobalt- und Quecksilber- Sucher haben den Waldmenschen schon lange ihren Lebensraum so eingeengt, dass ihnen nur ganz geringe Überlebenschancen bleiben. Der jahrelange Bürgerkrieg hat mit seinen unbeschreiblichen Gräueltaten die Bambuti besonders hart getroffen. Neuerdings behauptet die Weltbank, mit Hilfe von Satellitenphotos den Urwald besser im Griff zu haben und jetzt Holzfäller-Konzessionen umwelt- und urwaldgerechter verteilen zu können. Von den im Wald lebenden Pygmäen ist nicht die Rede, die kann man von so hoch da oben schlecht ausfindig machen und ihr Lebensraum wird halt wieder einmal ein gutes Stück weiter zusammenschrumpfen.
In Isiro hat der Urwald Platz machen müssen für Plantagen, Missionsstationen, Kirchen, Schulen, Industrieanlangen, Hotels, Krankenhäuser und sogar für eine Eisenbahn, die die vielen landwirtschaftlichen Produkte wie Mais, Zuckerrohr, Baumwolle und Palmöl zu den Flusshäfen am Kongo zum Verschiffen nach Kinshasa abtransportierte. Der Bahnhof stand noch und ein paar schmalbrüstige museumsreife Lokomotiven manövrierten sich umständlich pustend in die Reparatur-Werkstatt hinein und dann wieder heraus. Mein deutscher Eisenbahner Freund in Kinshasa hätte seine helle Freude an diesem so gar nicht nach Märklin aussehenden Bahnhof gehabt. Er hatte den Auftrag mit deutschen Entwicklungsgeldern eine Stadtbahn für die 5 Millionen Stadt zu bauen, möglichst so, dass sich das Unternehmen später finanziell selbst tragen kann. Um sich diesbezüglich etwas schlauer machen zu lassen, fuhr er mit einer ganzen Delegation nach München, wo Bundesbahn, Schnellbahn, Straßenbahn, U-Bahn und sogar die Busse vorbildlich miteinander vernetzt sind. Er kam mit hängenden Ohren nach Kinshasa zurück. In München funktioniert der Verkehrsverbund nur mit kräftigen Subventionen und das Projekt in Kinshasa soll sich selbst finanzieren! Auch heute noch, fast zwanzig Jahre später schlägt sich der kleine Rest der hinterbliebenen Entwicklungshelfer und Missionare mit ähnlichen Problemen herum, wobei sich die wirtschaftliche Lage der Kongolesen noch wesentlich verschlechtert hat. 32 Jahre Mobutu-Diktatur und der anschließende Bürgerkrieg haben dem Volk bis auf den letzten Tropfen das Blut aus den Adern gesaugt. Unterstützt wurden die Blutsauger von allen möglichen Glücksrittern, die auf dem Rücken der Kongolesen und im Einverständnis mit den hiesigen Machthabern das schnelle Geld suchten. Das Land ist reich an Bodenschätzen und die ganze Welt drängelt und bedient sich. Das soll jetzt aber anders werden"

Das "andere" Kirchenkonzert (Amtsblatt vom 13.03.09)

Logo Der Besuch unserer kongolesischen Freunde Bana Ngayime konkretisiert sich. Zum Auftakt ihres Aufenthaltes planen wir zusammen mit dem Saarländischen Kammerchor für den 10.05.09 ein Kirchenkonzert der besonderen Art. Der Saarländische Kammerchor wird einen Querschnitt über die europäische geistliche Musik darbieten. Im Wechsel werden die Bana Ngayime kongolesische Kirchenmusik präsentieren. Uns erwartet ein einmaliger musikalischer Kontrast, der auf der anderen Seite aber auch die globale Einheit unseres Glaubens ausdrückt. Merken Sie sich den Termin vor!


Schon für Muttertag was vor? (Amtsblatt vom 27.02.09)

Da hätten wir eine gute Idee! Am Muttertag trifft in Großrosseln Afrika auf Europa. Ein tolles Konzert von Saarländischem Kammerchor und dem kongolesischen Chor Bana Ngayime wird ein kontrastreicher und mitreißender Ohrenschmaus sein. Merken Sie sich ein schönes Geschenk für alle Mütter vor. In Kürze beginnt der Kartenvorverkauf.

Bana Ngayime (Amtsblatt vom 20.02.09)

Die Vorbeitungen für den Besuch der Bana Ngayime schreiten voran. Nachdem nun die Einladung vom Kirchentag in Bremen vorliegen scheint die Visumsbeschaffung gesichert. Inzwischen sind die Flugtickets gekauft für eine Anreise in Großrosseln am 09. Mai. Es werden 8 Bana's anreisen. Neben Bob werden wir eine Reihe bekannter Gesichter sehen. Das Programm für den 10-tägigen Aufenthalt konkretisiert sich. Im Mittelpunkt steht natürlich die Musik der Bana Ngayime. Wichtig ist uns aber auch der Kontakt mit der fremden Kultur und der Austausch von Erfahrungen. Mission soll greifbar werden. Besonders freuen wir uns über einen gemeinsamen Gospel-Workshop und eine kongolesische Messe mit unseren französichen Mitchristen in Kleinrosseln. Der Besuch von Schule und Kindergarten wird für unsere jungen Mitbürger eine besondere Erfahrung sein. Aber auch ein Workshop auf Dekanatsebene soll Kontakte mit Jugendlichen herstellen. Nicht nur für Musikliebhaber wird ein gemeinsames Kirchenkonzert interessante Kontraste der geistlichen Musik aufzeigen. Zwar haben wir schon Flugtickets, doch fehlen uns noch Mittel für die weitere Finanzierung. Wenn Sie sich mit uns auf den Besuch der Kongolesen freuen, spenden Sie doch unter dem Stichwort "Bana" zugunsten des Kontos der Kirchengemeinde Großrosseln Nr. 12 911 194 bei der Sparkasse Saarbrücken BLZ 590 501 01.

E-mail von Pater Alfons (Amtsblatt vom 30.01.09)

Dieser Tage ist eine e-mail von Pater Müller eingetroffen; er schreibt uns : "...Gestern war Bob den ganzen Vormittag im Studio - dann ging der Strom weg. Also Zwangspause. Dann holten sie den Generator und zogen so fest an der Schnur, dass sie zerrissen ist. Nach nochmaligem erfolglosem Warten auf den Strom, zogen alle entmutigt nach Hause. Ich bin aber sicher, dass sie heute noch einmal kommen, um ihr Glück zu versuchen...Unsere Tournee (Anm.: durch Deutschland) wird voraussichtlich lange und anstrengend. Die Zahl scheint mit 8 Bana's ins Gleichgewicht gekommen zu sein. Bei uns hier ist es mal wieder das Problem der Pässe. Seit einem Jahr gibt es keine - alle, die reisen mussten, bekamen einen Dienst- sprich Diplomaten-Pass. Für uns natürlich unzugänglich. Da die neuen Pässe ab April zur Verfügung stehen sollen und wir beim Bedientwerden nicht in der ersten Reihe stehen, bleibt uns nur übrig, auf die augenblicklichen Pass-Inhaber zurückzugreifen. Über den Daumen gepeilt werden die bekannten Gesichter auftauchen...Mal sehen, was bei der Auslese übrig bleibt - morgen und übermorgen wird nochmals im Studio aufgenommen und am nächsten Wochenende sind wir zur geistigen Besinnung in einem Prämonstratenser-Kloser mit einem sehr bekannten Pastor...Ich selber muss wohl mit dabei sein und voraussichtlich schon eine Woche vorher eintrudeln, damit alles seinen richtigen Lauf nimmt...Heute beim Frühstück gingen die Wellen hoch - der Rebellen-Chef Nkunda Batware (der zusätzlich Pastor ist) wurde in Rwanda festgenommen. Mal sehen, ob er nach Den Haag ausgeliefert wird oder ob Herr Kagame mal wieder die Fäden unterm Tisch zieht. Viele herzliche Grüsse an alle, die für die Mission Interesse zeigen und vor allem an alle, die uns bei unserem Kommen unterstützen,,,- Alfons".

Besuch der Bana Ngayime (Amtsblatt vom 23.01.09)

Die Planungen für den Besuch von Pater Müllers Bana Ngayime sind in vollem Gange. Eine besondere Schwierigkeit stellt immer die Visumsbeschaffung dar. Insofern wollten wir die Gelegenheit des Kirchentages in Bremen für einen Besuch in Großrosseln nutzen. Für den Chor liegt nun offenbar eine Einladung des Kirchentages vor, so dass das Visum in greifbare Nähe rückt. Wir streben an, dass die Bana's vom 10.05. bis zum 19.05.2009 in Großrosseln weilen. Am 19.05. soll die Gruppe aus unserer Obhut nach Bremen entlassen werden. Ab diesem Zeitpunkt werden Gisela und Beppo, die uns von dem letzten Workshop noch gut bekannt sind, die Organisation übernehmen. Gemeindereferentin Müller-Bauer ist mit einer Arbeitsgruppe dabei, ein Begegnungs-Programm zusammen zu stellen. Daneben sind natürlich viele Fragen zur der Betreuung der Gruppe in Klärung. Vorgesehen ist, dass die Gruppe neben dem Chef Bob Milandu aus 7 Teilnehmern und Pater Alfons besteht. Noch nicht ganz gesichert ist die Finanzierung. Wir freuen uns über die Spenden, die bisher eingegangen sind, und bedanken uns herzlich.
Wer gerne auch beitragen möchte, überweise bitte unter dem Stichwort "Bana" auf das Konto der Kirchengemeinde Großrosseln Nr. 12 911 194 bei der Sparkasse Saarbrücken BLZ 590 501 01.

Brief von Schwester Deodata (Amtsblatt vom 16.01.09)

Im letzten Amtsblatt haben wir den Gruß von Schwester Deodata zum Weihnachtsfest zur Kenntnis gebracht. Dazu hatte sie uns einen Brief geschickt. Sie schreibt: "Dem Weihnachtsgruß will ich noch einige Zeilen beilegen, um Ihnen zu danken...die 650 Euro sind bei mir angekommen. Ich habe sie gleich an Schw. Daniela abgegeben. Die hat sich sehr gefreut darüber, und ganz spontan sagte sie mir: 'Davon werde ich etwas verwerten, um einer Reihe Kindern Schuhe zu kaufen, die bei dem kalten Wetter jetzt barfuß laufen müssen.' Es war damals bei uns kalt...Gott wird es Ihnen reichlich lohnen. Im vergangenen Jahr blieb wenig Zeit zum Schreiben. Ich stehe mit meinen 81 Jahren noch voll in der Arbeit drin. Die Arbeit geht nicht mehr so schnell von der Hand wie früher. Somit braucht man für alles mehr Zeit. Ich danke dem lieben Gott, dass ich noch so viel tun kann. Auf unserer Filiale sind wir 14 Schwestern, davon sind 3 bettlägerig. 4 sind an den Rollstuhl gebunden. Die Übrigen sind noch selbständig. Ich versorge eine von den Bettlägerigen. Nun können Sie sich vielleicht vorstellen, was da alles so anfällt. In treuer Verbundenheit grüßt Sie vielmals Ihre Schw. Deodata"

Pater Müller bringt afrikanische Musik in den Warndt (30.12.2008)

Artikel in der Saarbrücker Zeitung, Lokalausgabe Völklingen vom 30.12.08

Besuch von Chor aus dem Kongo (23.12.2008)

Artikel auf dem Titelblatt des Wochenspiegels, Ausgabe Völklingen vom 23.12.08

Nachricht aus Kinshasa (20.11.2008)

Im nächsten Jahr planen wir eine Begenung mit den Bana Ngayime in Großrosseln. Darüberhinaus ist ein Auftritt beim Kirchentag 2009 in's Auge gefasst. Noch sind viele Randbedingungen zu klären und die Finanzierung abzusichern, doch konnten wir eine zuversichtliche e-mail nach Kinshasa schicken. Daraufhin hat uns Pater Alfons geantwortet :"...Jetzt ist meine schöne Mail...in die Virtualität verschwunden und ich fange wieder von Vorne an. So gut wie der erste Wurf wird sie natürlich nicht - ich meine die Mail. Gestern Abend habe ich Deine gute Nachricht an die Bana's weitergegeben - Du kannst Dir vorstellen, dass die Stimmung nicht mehr angeheizt werden musste. Die Augen strahlten, obwohl wir im Dunkeln saßen - der Strom macht uns schon über eine Woche täglich Probleme. Da wir am vergangenen Sonntag die Messe in der Pfarrei St. Benoît gestaltet hatten, waren noch andere Themen auf der Tages-Ordnung...Wir warten jetzt auf die Antwort vom Kirchentag, die Anfang November hätte fallen sollen...Die politische Lage bei uns ist mal wieder - stinkt zum Himmel! Was sich da wieder im Osten des Landes tut, geht auf keine Kuhhaut. Vielleicht haben jetzt auch die deutschen Diplomaten einen Wachrüttler bekommen bei der Ausweisung des deutschen Botschafters aus Kigali. Rwanda ist zum bedeutenden Ausfuhrland von allen möglichen Bodenschätzen geworden, obwohl es dort überhaupt keine Bodenschätze gibt. Solch ein Zustand müsste doch endlich unsere Diplomaten auf den Trichter bringen. Da wieder Krieg ist, braucht der Staat Geld - mit der Folge, dass keine Löhne gezahlt werden usw. Inzwischen sind die von der UNO genützten Gebäude mit schusssicherem Glas bestückt worden. Also, es sieht nicht besonders gut aus...Manchmal weiss man wirklich nicht mehr, wo Norden ist. Die Welt-Wirtschafts-Krise hatte sich hier bereits mit den erhöhten Lebensmittelpreisen angemeldet. Jetzt ist zwar der Treibstoff etwas billiger geworden - dafür brechen die Ausfuhren ein. Verschiedene Erzgruben wurden bereits geschlossen und andere Unternehmen - wie z.B. die Holzfäller - versuchen einen Weg zu finden, wie die 20 bis 30%igen Ausfälle auszugleichen...Die Messe hatte ich gerade bei den Missionarinnen Christi, die am kommenden Sonntag ihr Goldenes Jubiläum Kongo-Dasein feiern. Dort habe ich dann auch meinen Auftritt. Grüsse...alle Missions-Begeisterte - von den Bana's und dem vieux Ngayime ...Alfons". Sicherlich dürfen wir bei einem Besuch in Großrosseln mit einer angeregten Begegnung rechnen. Wir freuen und über Ihre Unterstützung zur Finanzierung des Besuches.

Neues von den Bana Ngayime (Amtsblatt vom 24.10.2008)

Nachdem die letzten beiden Aufenthalte der Bana Ngayime in Großrosseln eine so reiche Erfahrung gewesen sind, und zwar sowohl für die Bana's mit Pater Alfons als auch für uns, arbeiten wir derzeit an einen erneuten Aufenthalt in Großrosseln. So haben wir nun besonders viel e-mail-Verkehr mit dem Kongo. Einen kleinen Eindruck verleiht die letzte e-mail von Pater Alfons Müller :
"...Am Sonntag hatten wir wieder Messe mit der deutschsprechenden Gemeinde (Anm.: in Kinshasa). Der deutsche Botschafter war da und hat mir erklärt, dass, wenn alle Papiere in Ordnung sind, die Botschaft mindestens 14 Tage braucht, um die Visas auszustellen. Also diesbezüglich ist nicht allzu grosse Eile geboten. Heute Abend bei der Chorprobe bekomme ich - hoffentlich - Namen und Adressen der auserwählten Bana. Das ist nicht so einfach, weil wir damit noch garnicht angefangen haben. Mal sehen, was ich Dir morgen früh mailen kann. Am 3. Oktober hatte der Botschafter die Bana zur Gestaltung des Empfangs an der Botschaft engagiert. Für die jungen Leute war das ein High Light der besonderen Klasse. Deutschlandlied, Kongo-Nationalhymne, ein paar deutsche und kongolesische religieuse Lieder. Viele Komplimente haben sie eingesteckt und der Botschafter in Person hat dafür gesorgt, dass jeder einen vollen Teller vor sich hatte - alles vom Feinsten, was unseren europäischen Gaumen betrifft. Der Nuntius und viele Botschafter waren da und so mancher hat sich im Tanzen wenigstens versucht. Eine Woche vorher war Abbé Isidore aus Belgien hier. Er gehörte zu uns bis er vor rund 10 Jahren krank wurde und nach Belgien zur Behandlung ging. Jetzt ist er Belgier und hat eine Pfarrei in der Nähe von Charleroi - er hätte natürlich sehr gerne, wenn die Bana auch zu ihm, in seine Pfarrei kämen. Dort würden sie jede Menge Ex-Kongolesen treffen, weil Isidore von der belgischen Bischofskonferenz beauftragt ist, sich um die Kongo-Einwanderer zu kümmern.Grüsse an alle Rosseler Missionsbegeisterten
Alfons."
In einer so frühen Phase der Vorbereitung sind wir vor allem noch koordinierend tätig und versuchen ein Programm aiuf die Beine zu stellen; die Visumsfrage muss geklärt werden und natürlich machen wir uns Gedanken über die Finanzierung, die noch nicht steht. Mit den Bana's freuen wir uns über Ihre Unterstützung.

Brief von Schwester Deodata vom 19.09.08

Heute brachte mir unsere Ärztin Schwester Mariana den Dankesbrief, den Sie schon so lange versprochen hat. Sie ist halt sehr in Anspruch genommen. Sie arbeitet und betreut hauptsächlich die Kranken vom Armenviertel. Arme gibt es ja hier viele. Vom Staat brauchen sie keine Hilfe zu erwarten. Der nützt das arme argentinische Volk nur aus. Durch...Radio und Tele sind Sie ja gewiss informiert, wie es bei uns zugeht. Wie das noch enden wird? Das katholische Volk vertraut auf die Hilfe der Gottesmutter. Es wird sehr viel gebetet. Wir hoffen, dass endlich mal eine vernünftige Regierung dem argentinischen Volk wieder zu einem menschenwürdigen Leben verhilft...Auch die Spende für Schwester Daniela ist bei mir angekommen (Anm: das Missionswerk hatte 650 Euro überwiesen). Sie hat sich sehr darüber gefreut. Einen Teil davon hat sie gleich gebraucht für Schuhe für die Kinder zu kaufen...Heute haben wir Einkleidung. Vier Mädchen erhalten unser Schwesterkleid. Also haben wir dann wieder vier Schwestern mehr ... allen Missionsfreunden frohe und dankbare Grüße. In treuer Verbundenheit verbleibe ich
Schwester M. Deodata.
Einen besonderen Gruß an Herrn Pastor Pissarsky; diese Woche habe ich am Tonband die Hl. Messe, die er für die Kranken gelesen hat, gehört. Mein Pflegekind hat sich sehr darüber gefreut. Sie konnte nicht zur Hl. Messe, so war es ein Ersatz für Sie.

Brief von Schwester Mariana vom 18.09.08

Liebe Missionsfreunde!
Trotz meiner Verspätung Ihnen zu schreiben, möchte ich es nicht unterlassen, Ihnen für die Hilfe zu danken, die ich durch Ihre Geldspenden erhalten habe. Dieses Geld habe ich verwendet, um sehr armen Kindern zu helfen. Ich habe davon z.B. Milchpulver, Kekse und Nützliches für die Schule gekauft. Unter anderem auch Medikamente, die gebraucht wurden. Zudem half ich einem Vater, dessen Tochter unter Schizophrenie leidet. Für ihn besorgte ich auch wichtige Medikamente.
Ich bin Ärztin und arbeite in einem öffentlichen Krankenhaus, wo ich viele Arme behandele. So möchte ich mich nochmals für die Spenden bedanken; diese angebotene Hilfe, die es mir ermöglicht hat wiederum zu helfen. Die Gottesmutter möge Sie reichlich belohnen. Ich schließe Sie mit in meine Gebete ein. Ein herzlicher Gruß vom Heiligtum in Neuvo Schönstatt
Ihre Schwester Mariana.

Projektarbeit in Florencio Varela (Amtsblatt vom 25.07.2008)

Mit den Mitteln des Missionswerkes unterstützt Schwester Deodata in Florencio Varela das Zentrum "Casa Familia del Padre", zu deutsch "Haus der Familie des Vaters". Ihre Mitschwester Daniela berichtet uns von dem Projekt: Es handelt sich um ein Haus der Schönstatter Marienschwestern, in dem armen Familien Hilfe gewährt wird mit Kleidung und Schuhwerk, mit Lebensmitteln und mit Schulsachen, aber auch ganz wesentlich mit Arzneimitteln. Die katholische Fakultät für Zahnheilkunde behandelt Familen mit geringem Einkommen kostenlos. Das Projekt wurde vor 3 Jahren begonnen und zielt u. a. auf Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 17 Jahren. Ihnen soll eine gute Ausbildung zuteil werden. Wichtig ist, die Kinder von der Straße zu holen. Nicht nur Wissen soll vermittelt werden. Es geht auch um geistige und religiöse Werte. In einem problematischen Lebensumfeld soll eine Atmosphäre geschaffen werden, in welcher die Basis für eine positive Zukunftsperspektive geschaffen wird. Hier kommt unsere Hilfe unmittelbar an.

Missionsabend mit Pater Alfons am 18.06.2008

Pater Alfons Müller berichtet im Rahmen des Missionsabends von seiner Arbeit im Kongo. Vor 30 Jahren hatte Pater Alfons dort einheimische Lieder aufgenommen und zu Messgesängen umgearbeitet. Mit seinem Chor Bana Ngayime hat er die Lieder in einem eigenen Studio musikalisch umgesetzt und vertrieben. Mittlerweile sind die Bana's eine wohlbekannte Gruppe im Kongo. Pater Alfons plant, mit den Bana's den Kirchentag 2009 in Bremen zu besuchen; dann ist auch ein Abstecher nach Großrosseln vorgesehen. Einen Eindruck von der Lebendigkeit der kongolesischen Messe konnten die Besucher von einem Film bekommen, welcher eine Messe mit den deutschen Soldaten zeigte. Während der Wahl hatte Pater Alfons gute Kontakte zu unseren Soldaten, die einen stabilisierenden Einfluss ausübten. So manch' brenzlige Situation war in dieser tumultartigen Zeit zu bewältigen, wie überhaupt Mission im Kongo unter kritischen Umgebungsbedingungen geschieht. Ein Film aus dem Jahre 1969 informierte anschaulich über die damalige Auffassung von Mission. In dieser Zeit wurde der Weg begonnen, dass sich die Kirche in die Kultur des Landes einbettet, woran Pater Alfons mit seinem kongolesischen Gebetbuch einen erheblichen Anteil hat. Viele Fragen der Besucher führten zu einer lebhaften Diskussion, in der Pater Alfons Rede und Antwort stand. Auf besonderes Interesse stieß die politische und wirtschaftliche Entwicklung im Kongo. Noch immer lebt ein Großteil der Bevölkerung in Armut und die politische Situation ist nach wie vor nicht stabil. Zum Ende des Missionsabends füllte sich der Spendenkorb mit über 240 Euro zur Unterstützung der Arbeit von Pater Alfons.


Vers. 28.08.2011
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