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Es ist für uns Christen einfach selbstverständlich, dass zu einem Gotteshaus auch eine Orgel gehört. So haben auch unsere Vorfahren gedacht und mit viel Engagement für ein Instrument gesorgt, welches mit strahlendem Klang eine "himmlische" Musik zur Ehre Gottes hervorbringt.
Zur Geschichte der Orgel
In den alten Unterlagen ist zu lesen, dass bereits 1895 eine erste Orgel durch die Werkstätte des Orgelbauers Stockhausen aus Linz am Rhein gebaut wurde. Wenn man weiß, dass erst 1883 unsere heutige Kirche gebaut wurde, dann war der Mut und die Opferbereitschaft zur Finanzierung einer Orgel so kurz nach dem Bau bewundernswert.
Weiter ist in den Annalen vermerkt, das 1929 eine Orgel durch die Orgelbauanstalt Hugo Mayer aus Heusweiler gebaut wurde. Diese Orgel wurde im 2. Weltkrieg durch einen Granatentreffer beschädigt. Während der Renovierung unserer Kirche im Jahr 2003 konnte man die Ausbesserung dieses Treffers noch im hinteren westlichen Teil des Gewölbes sehen. Im Jahre 1965 erfolgte eine grundlegende Renovierung der Orgel, die unter Verwendung der noch funktionierenden Teile der alten Orgel erfolgte. So konnten 12 Register verwendet werden. Unsere Orgel ist also nicht nur 46 Jahre alt, sondern in Teilen noch mehr als 80 Jahre alt.
Zur Orgel selbst
Unsere Orgel hat 36 Register, 3 Manuale, Pedal und Schleifladen mit elektrischer Traktur. Das Werk hat insgesamt 2.466 Pfeifen, davon 188
Holzpfeifen, 138 Kupferpfeifen und 2.140 Zinnpfeifen. Die größte Pfeife ist 5, 30 m, die kleinste 4 mm lang. Gebaut wurde die Orgel von der Orgelbauanstalt Hugo Mayer aus Heusweiler, dem Großvater der jetzigen Firmeninhaber.
Die Einweihung erfolgte am 3.Oktober 1965 von Monsignore Georges Klein, dem Generalvikar der Diözese Metz. Die Orgel spielte Domkapellmeister Dr. Paul Schuh.
Nach Aussagen von Orgelbauern würde eine Orgel dieser Größenordnung heute mindestens 550.000 Euro kosten.

Nachdem seit der letzten Renovierung nun fast 50 Jahre vergangen sind, weist unsere Orgel erhebliche Mängel und Schäden auf. Da es sich bei der Orgel um ein wertvolles Instrument handelt, sah sich der Pfarrverwaltungsrat verpflichtet, eine grundlegende Renovierung der Orgel anzugehen. Nicht viele Pfarrgemeinden können eine so große Orgel ihr Eigen nennen.
Die Orgel wird vollständig ausgebaut, die Pfeiffen auf der Empore gelagert, gereinigt und saniert. Die Windanlage, die derzeit wegen Undichtigkeiten massiv Luft verliert, wird instand gesetzt, und die uralten Motore zur Erzeugung des Windes werden durch einen neuen Motor ersetzt, wie es heute Stand der Technik ist. Anstelle der alten, anfälligen Registermotore erhält die Orgel moderne Magnete. Der Spieltisch muss völlig überholt werden. Das sind nur einige wenige Positionen der umfangreichen Renovierung.
Seit dem 22.08.11 schweigt unsere Orgel. Erst Mitte Dezember d. J. soll sie wieder ertönen. Die Gottesdienste werden bis dahin von einem Ersatzinstrument musikalisch umrahmt.
Die Finanzierung dieser "Jahrhundert-Reparatur" erfordert eine enorme Anstrengung, und wir sind natürlich auf die Hilfe all derer angewiesen, die dieses wertvolle Instrument als Erbe unserer Vorfahren bewahren wollen.
Wir sind daher sehr dankbar für jede Spende, die Sie auf das eingerichtete Spendenkonto überweisen können.
Kirchengemeinde Großrosseln
Konto-Nr. 670 255 77
Sparkasse Saarbrücken BLZ 59050101
Es wurde bereits mit dem Ausbau der Orgelpfeiffen begonnen.Besomders beeindruckend sind die großen, langen Pfeiffen, welche mit einer besonderen Vorsicht ausgebaut werden, damit keine Beschädigumgen passieren.

Alle Pfeiffen weisen eine starke Verschmutzung auf. Nach dem Ausbau werden Sie zunächst sorgsam auf der Empore zwischengelagert. Die Fotos vermitteln nur einen bechränkten Eindruck von der Vielzahl der Pfeiffen.
Das Reinigen selbst erfolgt in sorgfältiger Handarbeit.

Die geöffnete Orgel offenbart einen Blick auf die vertikal angeordneten alten Magnete. Man kann auch einen Ausschnitt aus der Luftführung sehen.

Vom Spieltisch aus sorgt eine komplizierte Mechanik und Pneumatik für die richtigen Töne. Man kann die 3 Manuale und die Registersteuerung der Orgel sehen. Das Innere des Spieltisches zeugt von der komplexen Mechanik, die sich in der Orgel verbirgt.

Das Hauptwerk stellt das verborgene Zentrum der Orgel dar. An dem linken Bild vor dem Ausbau erkennt man die die Größe unserer Orgel. Auf dem rechten Bild ist das Hauptwerk schon leer geräumt.
Eine Besonderheit, die wir aus dem Kirchenschiff bisher nicht sehen konnten, sind die Posaunen. Ein verwirrendes Spiel von Rohren.
Direkt zu Beginn der Renovierungsarbeiten wurde ein Ersatzinstrument aufgebaut, welches uns nun während der Gottesdienste begleitet.
Mit der Renovierung der Orgel sind wir bestens im Zeitplan. Die Pfeifen sind ausgebaut und gereinigt, die Bälge, vor allem der stark defekte Magazinbalg, sind sehr sorgfältig restauriert. Derzeit werden die neuen Registermagnete eingebaut. Die neue Windmaschine wird in Kürze eintreffen, die alten Motoren sind verschrottet. Die Zugänglichkeit der Orgel, und vor allem die Sicherheit im Gehäuse, wurde wieder hergestellt, so dass auch zukünftig Stimmungen ohne große Schwierigkeiten erfolgen können.